Der Wasserstoff-Hype der Energiewirtschaft

Beispiel Brennstoffzellen-Auto


Elektroauto oder Wasserstoffauto?
Seit Jahren werden Kaufinteressenten in beschwörenden Worten aufgefordert, sich nicht für ein Elektroauto, sondern für ein wasserstoff-getriebenes Auto zu entscheiden.
   Die Reichweite mit einer Tankfüllung sei größer und die Dauer der Betankung sei kürzer. Und weil an den Wasserstoff-Tankstellen nur "grüner" Wasserstoff angeboten werde, sei der Antrieb eines Wasserstoffautos auch klimafreundlicher als der eines reinen Elektroautos, das mit dem derzeitigen Strommix aufgeladen wird.

     Doch das Elektroauto ist die klimafreundlichere Alternative!
     Es gilt, jetzt die Weichen für die Zukunft richtig zu stellen.




Elektroautos
  • Kein Auspuff!
    Das große "E" auf dem Nummernschild genügt nicht,
    erst das Fehlen einer Auspuffanlage kennzeichnet ein Elektroauto.
  • Hervorragender Wirkungsgrad (besser als 80%),
  • Sehr hohe Beschleunigung aus dem Stand
  • Rückgewinnung der Bremsenergie,
  • Kein Motorgeräusch
  • Direkte Aufladung mit Solar- oder Windstrom ist möglich.
Elektroauto
Entwicklungsziel:
  • Reichweite erhöhen (zur Zeit erst ca. 200 km)
  • Kapazität der Hochvoltbatterie weiter erhöhen, ihr Gewicht verringern,
  • höhere Ladeströme (kürzere Ladezeiten) ermöglichen.
Hochvoltbatterien enthalten unter anderem das Element Lithium. Dieses findet sich weltweit in unterschiedlichen Verbindungen, die auf unterschiedliche Weise gewonnen werden, z.B. durch Abbau von lithumhaltigen Gesteinen in Australien oder durch Verdunsten von lithiumhaltigen Gewässern.
Weltweit berüchtigt wurde die Gewinnung von Lithium in der Atacama-Wüste/Chile durch Verdunsten-Lassen trotz extremer Wasserknappheit.
Auf dieses Atacama-Lithium sind wir glücklicherweise nicht angewiesen.
Wir lehnen es strikt ab, genauso wie wir die Stromgewinnung aus Kohle, Erdöl und Erdgas ablehnen.    




Funktionsweise eines wasserstoffgetriebenen Autos
Ein wasserstoffgetriebenes Auto ist ein Elektroauto mit kleiner Hochvolt-Batterie und einer Zusatzausstattung.
Die Zusatzausstattung besteht aus einem Tank für Wasserstoff und einer Brennstoffzelle, die aus Wasserstoff und Luftsauerstoff elektrische Energie und Wasser erzeugt.
Außerdem gehört eine Auspuffanlage dazu.
Brennstoffzellenauto
Der Wasserstoff wird in der Brennstoffzelle mit dem Sauerstoff der Luft zusammengeführt. Dabei entstehen unter anderem Wasserdampf und elektrische Energie. Die elektrische Energie wird - soweit sie nicht direkt für den Fahrantrieb benötigt wird - in der kleinen Hochvolt-Elektrobatterie zwischengepeichert. Der Antrieb der Räder erfolgt durch Elektromotoren. Diese geben bei Bremsbetrieb elektrische Energie an die kleine Hochvolt-Elektrobatterie zurück, so lange deren geringe Kapazität ausreicht. Wenn die Hochvoltbatterie vollgeladen ist, wird die Bremsenergie mit Scheibenbremsen vernichtet. Schade drum!


Verluste bei Herstellung von "grünem" Wasserstoff
Verluste bei H2-Erzeugung

  Jede physikalische oder chemische Umwandlung eines Energieträgers ist mit Energieverlusten behaftet. Solche Energieverluste in einer Folgekette addieren sich rechnerisch nicht, sondern multiplizieren sich miteinander.

Im konkreten Fall reihen sich - wie die vorgehende und die folgende Grafik aufzeigen - insgesamt acht Energieverluste aneinander!

Verluste bei Energie-Weitergabe von der Zapfsäule bis an die Elektromotoren
Verluste im H2-Auto



Endergebnis: Klimatechnischer Nachteil des "grünen" Wasserstoffs
Unsere Überlegungen haben gezeigt, dass der Antrieb mit Wasserstoff - sogar mit "grünem" Wasserstoff - mit entscheidenden klimatechnischen Nachteilen verbunden ist, die übrigens nicht nur für Autos, sondern auch für Eisenbahn-, Fährschiff- und Flugzeug-Antriebe gelten.
Zwar erzeugt die Herstellung von "grünem" Wasserstoff keine CO2-Emissionen, doch wird dabei grob geschätzt etwa die vierfache Menge an Energie verbraucht. Auf Fossilkraftwerke wird man deshalb erst später verzichten können. Der Antrieb mit "grünem" Wasserstoff liegt somit im Interesse der Fossilwirtschaft.